Burnout durch Empathie? Wie Du Dich am besten schützt.

Zu viel Empathie? Das gibt es doch gar nicht. Oder? Doch das gibt und ich möchte Dich heute dafür sensibilisieren, was Du tun kannst, wenn Du ein zu viel an Empathie hast, damit Du nicht in einem Burnout landest.

Einfühlungsvermögen zu besitzen macht es Dir leichter, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Du ahnst früher, was kommt, versetzt Dich in verschiedene Perspektiven und Personen, um am Ende das Beste für Dich zu entscheiden. Das ist der Idealfall.

Aber den anderen muss es doch auch gut gehen.

Bei einem zu viel an Einfühlungsvermögen bleibst Du an dem Punkt hängen, dass Du die verschiedenen Perspektiven Deiner Mitmenschen einnimmst und ganz dort aufblühst.

Das heißt, all Deine Energie und Aufmerksamkeit fließt dahin, dass es Deinen Mitmenschen besser geht. Für Dich selber bleibt dann meistens keine Kraft mehr übrig, Du hast Dich verausgabt und bleibst erschöpft zurück. Für Dich hat sich nichts verändert. Wenn sich dieses Muster oft wiederholt droht unweigerlich ein Burnout.

Die Bedürftigkeit der anderen hat Dich förmlich ausgesaugt. Es ist nicht nur dieses eine Mal, an dem Du zurücksteckst, nicht wahr? Es wiederholt sich immer und immer wieder. Die dadurch entstehende emotionale Ermattung macht es Dir schwer, Dich nun noch voller Elan und Freude um Deine Wünsche und Bedürfnisse zu kümmern. Das ist fatal, denn der Weg zu einem kraftvollen ausgeglichenen Leben geht für Dich nicht über das Glück und Zufriedenheit Deiner Mitmenschen. Es mag hart und ungewohnt für Deine Ohren klingen, aber erst wenn es Dir gut geht, kannst Du Dich um andere kümmern.

Warum aber fällt es Dir so schwer, Dir selbst empathisch zu begegnen?

Dazu lass uns ein wenig zurückgehen in Deine Kindheit und Jugend, denn wir entwickeln uns in Beziehungen. Und die ersten Bezugspersonen sind Deine Eltern, ist Deine Familie. In diesem Kontext führt besonders ein Aspekt zu einem Übermaß an Empathie. Stell Dir mal folgende Situation vor:

Du kommst mit einem guten Gefühl nach Hause, fühlst, bemerkst und beobachtest sofort, dass etwas nicht stimmt und Du mit Deinem guten Gefühl nicht willkommen bist. Nach anfänglicher Irritation setzt sich Dein unerschütterlicher kindlicher Mut durch: Du bist Dir sicher, Du kriegst das wieder hin, dass die Stimmung wieder gut wird. Und Du unternimmst alles, was Dir sinnvoll erscheint, z.B. die Stimmung aufzulockern, Witze zu machen, dienstbar zu sein, usw.

Deine Lösung ist also:
Ich entwickele ganz feine Antennen, die mich rechtzeitig warnen, damit ich alles unternehmen kann, um für ein gutes Gefühl für alle zu sorgen.

Empathie-Antennen könnte man sagen. Nur diese Antennen richten sich ausschließlich auf die anderen aus. Und wenn Du im Laufe Deines Lebens wenig Gelegenheiten erlebt hast, in denen Du Deine Bedürfnisse trotz der Missstimmung in Deinem Umfeld anerkennen und ausleben konntest, dann fehlt Dir bis heute ein Gefühl dafür, dass es absolut ok ist, dass Du auch Wünsche hast, die ein Recht auf Erleben haben. Selbst dann, auch dann, wenn der andere „emotional in den Seilen hängt“.

Was kannst Du jetzt tun?

Du beginnst ab sofort damit, Dir selbst emphatisch gegenüber zu sein. Nimm Deine Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche so wichtig als gäbe es nur sie und nichts anderes.

Ich ahne schon, dass gerade alle Alarmglocken und alten Glaubenssätze in Dir aufspringen und schreien:  Das ist egoistisch – das macht man nicht – Nimm Dich nicht so wichtig – Halt den Ball flach – ach und was gibt es nicht noch alles. An diesem Punkt kommt nun die Klopfakupressur ins Spiel, um die falschen Verknüpfungen sanft zu lösen und Deine Bedürfnisse mit einem guten Gefühl neu verbinden.

Idealerweise hast Du eine Situation vor Augen, in der Du Deine Bedürfnisse für andere zurück gestellt hast. Es kann etwas ganz einfaches sein, wie z.B.:

Ich möchte heute zu Hause sein und die Füße hochlegen. Die Freundin ruft an und fragt, ob ich mit in den Biergarten komme. Welche Reaktion Deiner Freundin setzt Dich unter Druck, wenn Du ihr sagst, dass Du heute zu Hause bleiben willst? Ist es eine innere Stimme, die Dich antreibt: Nicht, dass Du etwas verpasst, dass die anderen denken, Du bist ein Spielverderber ….

Mit dem, was Dich am meisten unter Druck setzt, bei Deinem Wunsch und Bedürfnis zu bleiben, beginnst Du zu klopfen:

Auch wenn ich diesen Druck von ….. fühle, erlaube ich mir heute, mich ganz um mich, meine Wünsche und Bedürfnisse zu kümmern und ich bin ok.

Auch wenn dieser Druck von …. da ist, bin ich ok, wenn ich meinem Gefühl, meinem Herzen folge. Ich bin jetzt sicher, beschützt und behütet.

Danach spürst Du, ob Du Reaktionen wahrnimmst. Dies kann z.B. sein:
Herzrasen, grummeliger Bauch, weiche Beine, Atemnot.

Mit der stärksten Reaktionen klopfst Du jeweils weitere Runden:

Ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz mit dem Gefühl von … und ich bin ok. Ich bin sicher. beschützt und behütet.

Wie geht es weiter?

Jedes Mal, wenn Du klopfst, eroberst Du Dir Deine Kraft, Dein Vertrauen und Deinen Mut zurück, dass es in Ordnung ist, sich um sich selbst zu kümmern.

Je mehr diese Sicherheit zurückkommt umso mehr wirst Du Dein Einfühlungsvermögen auf gesunde Weise einbringen.

Dazu gehört auch, dass Du Deinem Gegenüber sagst: Ich sehe Deine Herausforderung und ich kann mir vorstellen, wie schwer das für Dich ist. Nur leider kann ich sie für Dich nicht lösen.

(Na, reagiert es schon allein beim Lesen dieses Gedankens? Dann ab zur nächsten Klopfrunde. Ich habe da mal etwas zum Thema Grenzen setzen im Podcast vorbereitet: Podcast Grenzen leichter setzen)

Was nicht gemeint ist

Damit ich mich richtig ausdrücke, möchte ich noch einmal deutlich machen, dass es mir nicht darum geht, dass Dir das Gefühl zu geben, ein Egoist werden zu müssen. Es geht darum, dass Du ein Gespür entwickelst für Dich und Deine Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche und zwar auf eine Weise, die es Dir möglich macht, auch Widerstände auszuhalten. Nicht jeder wird immer Deiner Meinung sein. Das ist ok.

Deinen inneren Frieden, Deine Lebenskraft und Selbstliebe stärkst Du, wenn Du Dir über Dich selber ganz klar bist und diese Klarheit auf harmonische, gesunde Weise im Miteinander einbringst.

Dann bist Du für Dich da und auch mal für die anderen. Ganz so, wie es für Dich zu gut bewältigen ist.

Und mein Familiensystem?

Jetzt kommt vielleicht in dem Zusammenhang Wut auf Deine Eltern oder Dein Familiensystem auf. Das ist ein ganz neuer Aspekt, den ich in anderem Zusammenhang behandele. An dieser Stelle kann es auch helfen, nicht nur die Wut anzunehmen, sondern auch noch einmal in Verbindung mit dem inneren Kind zu gehen. Nimm es an die Hand und sage ihm, dass Du jetzt seine Verzweiflung von damals verstehst und es mitnimmst, um mit ihm zusammen neue Erfahrungen zu machen.

Das tut unglaublich gut und heilt die alten (oft unbewusst erlittenen) Kränkungen. Ich wünsche Dir eine freudvolle Begegnung mit Deinen Wünschen, Bedürfnissen und Sehnsüchten.

Leben Dein Leben. Jetzt.
Erfolgreich. Gesund. Glücklich.
Du bist es wert.

Namasté
Tina

Falls Dich interessiert, was Du bei zu wenig Empathie tun kannst, schau mal hier:   Mehr Erfolg durch Empathie? Lohnt sich das?

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