Wie kann ich Trauer zulassen und lernen zu trauern?

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Lass die Trauer einfach mal zu. Das ist leichter gesagt als getan. Zu trauern ist ein wichtiger Baustein unserer seelischen Gesundheit und doch fällt es vielen so schwer.  Wenn Du ahnst, dass es Dir helfen würde, Deine Trauer auszudrücken, Du aber den Eindruck hast, irgendwie klappt das nicht, dann ist dieser Blogbeitrag für Dich:
Verlust und die damit verbundene Trauer gehört zum Leben dazu. Leider. Umso wichtiger ist es, einen Umgang damit zu finden, der es Dir ermöglicht, wieder unbeschwert zu leben, ohne den tonnenschweren Druck auf der Brust. Vielleicht hörst Du aus Deinem Umfeld dazu gerne den Satz:
Du musst die Trauer zulassen. Rede doch darüber und weine Dich mal aus.
Das hört sich so leicht an, aber es funktioniert nur dann, wenn Du gute Erfahrungen mit dem Trauern gemacht hast bzw. wenn Du trauern gelernt hast. Trauern bedeutet nämlich immer auch Stress. Diese Ausnahme-Situation setzt Dein ganzes System in eine Art Alarmzustand und daher ist es hilfreich, Wege zu kenenn, wie Du diesen Alarmzustand abstellst. Deaktivierst Du ihn nicht, bleibt die Trauer ein zunehmend eiternder Stachel, der seine ganz eigene unkontrollierbare Dynamik enwickelt.

Wie kannst Du gute Erfahrungen mit dem Trauern machen oder was könnte dazu geführt haben, dass es Dir so schwer fällt? 

Wie so oft, kann Dir die Klopfakupressur helfen, hier Dein Unterbewusstsein, Deine Seele und Dein Herz mit neuen, guten Erfahrungen zu füttern. Die Klopfakupressur wird Dir helfen, all die Blockierungen abzuabuen, die Du im Laufe Deines Lebens aufgebaut hast, um Dich vor dem Stress der Trauer zu schützen. Du darfst und solltest dabei aber sehr behutsam, geduldig und liebevoll mit Dir selbst sein. Es braucht Zeit, damit Du dem Prozess und der damit verbundenen Veränderung (ver-)trauen kannst.
Es ist übrigens völlig normal, dass Du Schwierigkeiten hast, Deine Trauer zuzulassen, denn „zu trauern“ ist noch ein blinder Fleck in unserer Gesellschaft. Trauer passt nicht so recht in unseren „Life-Style“ und daher gibt es wenig Gelegenheiten, Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte Dir noch weitere Gründe vorstellen, die verantwortlich sind, warum Dir trauern schwer fällt:
Angst ist die größte und umfangreichste Ursache, die Trauern verhindert. Darum findest Du hier einen guten Ansatz mit Hilfe der Klopfakupressur die Angst langsam abzubauen. Ich stelle Dir ein paar Klopfsätze vor, mit denen Du beginnen kannst. Falls Du lieber direkt begleitet sein magst, nutze die Folge des Podcastes ( direkt zur Podcastfolge „Ein Anfang, Trauer zuzulassen“) oder vereinbare einen Termin mit mir, der auch online möglich ist (post@tina-husemann.de)

Die Angst, die Kontrolle zu verlieren: Über Deine Körperreaktionen, Gefühle und letzlich die gesamte Situation. 

Tränen fließen zu lassen, kann so erleichternd sein, Wenn sie einmal fließen, lassen sie sich aber vielleicht nicht mehr stoppen und davor hat ein Teil von Dir Angst.
Unbewusste Glaubenssätze und Überzeugungen setzen sich gerne durch: „nur Weicheier weinen“, „Nur Härte bringt einen weiter“, „Indianer kennen keinen Schmerz“ usw. In fast jeder Familie gibt es solche Gedanken, die wir von Kindesbeinen an, aufgenommen haben. Bewusst und unbewusst.
Auch Erfahrungen wie „stell Dich nicht so an“, „jetzt muss es aber mal gut sein“, „es ist doch schon so lang her, nun muss mal wieder Normalität herrschen“.
Das Ignorieren eines Verlustes, indem man nicht mehr darüber spricht und schnell zur Tagesordnung übergeht, ist ein weiterer Grund, warum ein gesunder Umgang mit Trauer nicht möglich ist. Denn dann bleibt eine Auseinandersetzung mit all den Gefühlen, die sich im Laufe eine Trauerprozesses zeigen, auf der Strecke. Es ist ein ganz normaler Ablauf, dass man geschockt, entsetzt, wütend, traurig und hoffnungslos ist. Wenn Du schon als Kind einen Verlust erlebt hast, bei dem Dein Umfeld schnell wieder in den Alltag zurückgekehrt ist, dann hast Du bereits als Kind gelernt, dass Trauer den normalen Ablauf stört, dass man sich daran nicht lange aufhalten darf, dass „man einfach weitermachen muss“.

Dein inneres Kind braucht Dich und Du Dein inneres Kind 

Dennoch sind die Gefühle da, wie eben Wut, Hoffnungslosigkeit oder auch Angst, dass es bald den nächsten lieben Menschen trifft oder Du ganz allein bist und bleibst. Wenn Du als Kind einen Verlust erlebt hast, verbinde Dich immer wieder mit Deinem inneren Kind, mit dem Teil von Dir, der damals nicht die Möglichkeit hatte, gesund zu trauern und gehe als Erwachsener in die Verbindung mit Deinem Kind-Ich. Nimm es an die Hand, stärke ihm den Rücken und gib ihm Zeit, nachzuholen, was damals nicht möglich war.
Dein Umfeld hat Dich nicht aus böser Absicht davon abgehalten, zu trauern, sondern kannte selbst keinen besseren Umgang damit. Vielleicht war die eigene Trauer und Not so groß, dass keine Kapazität blieb, Dir zur Seite zu stehen.

Trauer zulassen schützt vor späterer Depression

Häufig übernehmen wir  – vor allem als Kinder – die Trauer uns nahe stehender Personen. Wir tun dann alles, damit sie sich schnell besser fühlen, stellen unsere eigenen Bedürfnisse und Gefühle zurück und bemühen uns in unserem Verhalten, dem anderen die neue Situation so angenehm wie möglich zu machen. Dabei bleibt das eigene Trauern auf der Strecke und irgendwann ist man wieder so im Funktionsmodus, dass es schwer fällt, sich seine Trauer zuzutrauern. Vor allem auch deswegen, weil wir ja beobachten konnten, wie schwer es dem anderen fiel, sich aus seiner Trauer zu befreien. Dass er unter Umständen durch seine unverarbeitete Trauer in einer lebenslangen Depression stecken geblieben ist, die Du Dir ersparen willst und vorsichtshalber gar nicht erst trauerst.
Körperliche Reaktionen sind normal. Wenn Du trauerst kommt es oft zu körperlichen Reaktionen wie zittern, weichen Beinen, Übelkeit, Kopfschmerzen und natürlich Druck auf der Brust oder am Hals. All diese Reaktionen sind gestaute Energie und gespeichterte Körper-Erfahrungen. Ich empfehle Dir, sie im Zuge der Klopfakupressur einfach nur zu benennen ohne nach einem konkreten Grund dafür zu suchen. Du wirst bemerken, dass es trotzdem hilft, Dich weiter zu entlasten.

Einstiegssätze, um Trauern zu lernen:

Ich möchte Dich noch einmal erinnern, dass Du Dir Zeit gibst und am besten „nichts“ von Dir erwartest. Bleibe offen und neugierig für das, was passiert. Oft blockieren wir uns selbst, wenn wir uns schon ausmalen, wie das Ergebnis sein muss. Die Klopfakupressur hat ihre eigene Logik und folgt dem Prinzip, es geht, was gehen darf und was Du auch aushalten kannst. Durch das Klopfen wird durchgängig die Ausschüttung von Oxytocin angeregt. Dieses Glücks- und Bindungshormon sorgt dafür, dass keine Überforderung stattfindet. Die Intelligenz Deine Körpers unterstützt Dich ebenfalls und bringt Dich auf gesunde Weise immer ein Stück weiter. Folge einfach den Körperreaktionen nach Deinem Einstiegssatz oder kombiniere sie mit Deinen Gedanken und Gefühlen. (ein Beispiel dafür findest Du im Videobeitrag…. )

Folgende Sätze eignen sich zum Klopfen und dem lernen zu trauern:  

  • Ich nehme meine Widerstände voll und ganz an, die mich von meiner Trauer abhalten.

  • Auch wenn ein Teil von mir weiß, wie wichtig das Trauern ist, liebe ich auch den Teil, der mich davor schützen will.
  • Ich bin jetzt vollkommen sicher, beschützt und behütet, auch wenn ich mein Bedürfnis, zu trauern, annehme. Es darf da sein und ich bin damit ok.

  • Auch wenn mehr Dämme brechen als ich mir vorstellen kann, darf es passieren. Ich bin verbunden mit meinem Herzen, Mutter Erde und meinem höchsten Selbst.

  • Aller Druck und Stress, der egal wo in mir gespeichert und gebunden ist mit dem Gefühl von Trauer, der darf jetzt da sein.

  • Ich nehme jetzt alles an, was mich daran hindert, zu trauern.

  • Die Unsicherheit, die Angst zu trauern, darf da sein und ich bin dennoch ok und in diesem Augenblick vollkommen sicher.

  • Auch wenn andere mich nicht verstehen, bin ich ok, mit all den Gefühlen und Reaktionen, die ich jetzt gerade wahrnehme.

  • Allen, deren Ängste und Unsicherheiten, ich im Umgang mit Trauer getragen habe, gebe ich ihre Anteile jetzt in Liebe zurück.
  • Ich erlaube mit einen anderen Weg, der für mich gesünder und ausgewogener ist.

  • Ich rufe all meine Energie zu mir zurück, die ich in dem Moment des Schocks, des Verlustes, der Trauer verloren habe.
  • Ich lade die Energie ein, zu mir zurück zu kommen. Denn ich bin in diesem Augenblick sicher, beschützt und behütet.
  • Ich bin fest verbunden mit Mutter Erde, meinem Herzen und meinem höchsten Selbst.

  • Ich gebe allen deren Trauer ich mitgetragen habe, ihre Anteile nun in Liebe zurück. Sie gehören zu ihnen und ich lasse sie jetzt los.

  • Ich vergebe mir selber, dass ich mir so viel Druck und Stress mache/ gemacht habe, zu trauern.
  • Es ist alles gut mit mir.
  • Wichtig ist, immer wieder tief ein- und ausamten. Innehalten, fühlen, ob Dein Körper Dir Reaktionen zeigt, wie Druck, Enge, Kälte oder ob Gedanken und Erinnerungen zeigen. Dann bitte baue sie einfach ein, z.B.
  • Auch wenn der Gedanke … das Gefühl … jetzt aufkommt, ist alles ok mit mir. Ich lasse es kommen, es darf da sein, Ich höre auf, dagegen zu kämpen.
  • Ich sehe das Licht und die Liebe in jeder einzelnen Körperzelle von mir, obwohl diese Reaktion von …. jetzt da ist. 

Schnelle Hilfe im Alltag

Wann immer Du merkst, dass sich ein Trauer-Schleier über Dich legt, klopfe es einfach sanft und nimm es an.
Auch wenn ich mich jetzt traurig fühle, ohne zu wissen warum, bin ich ok und voller Liebe und Licht in jeder Körperzelle/ Auch wenn mich das Gefühl jetzt nervt, bin ich voller Lieber und Licht in jeder Körperzelle/ Auch wenn ich mich wie gelähmt fühle, bin ich voller Liebe und Licht in jeder Körperzelle
Danach atmen und evlt noch einmal klopfen… Das ist ein ganz kleiner Schritt, die Ursachen der Trauer abzubauen ohne dass Du das ganz große Fass aufmachen musst. Versuche es mal und trau Dich.
Es kann gut sein, dass Deine Widerstände so groß sind, dass es Dir schwer fällt, diese vorgeschlagenen Schritte zu gehen. Dann hilft es Dir wahrscheinlich, dass wir den ersten Schritt zusammen gehen, damit Du fühlst, dass Du  das schaffen kannst und nicht allein bist. Denn alles irgendwie „allein bewältigen zu müssen“ ist auch eine Überzeugung, die schnell zu einem Widerstand führt, der Trauer nicht zulässt. Damit verbunden droht schnell Überforderung, weil Du in der Vergangenheit wegen dieses Satzes viel allein gestemmt hast und vor einer weiteren Anstrengung möchte Dich Dein Unterbewusstsein nun schützen.
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Also der letzte Vorschlag für einen Klopfsatz lautet: „Auch wenn ein Teil von mir denkt, dass ich alles allein schaffen muss, ich kann mir jederzeit Hilfe holen, um den nächsten Schritt zu gehen. Ich bin willkommen, auch wenn ich mich selbst mit dem Gefühl nicht leiden mag
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Probiere es mal aus. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dein Herz wieder leichter wird und Deine Seele wieder fliegt. Für Fragen oder Terminanfragen erreichst Du mich unter Hier klicken und mit direkt schreiben
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Schön, dass Du da bist.
Lebe Deine Leben. Jetzt.
Gesund. Erfolgreich. Glücklich.
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Einen weiterführenden Beitrag findest Du hier Damit aus Trauer keine Depression wird