Ich stehe immer unter Druck. Weniger müssen müssen.

Vertrauen stärken, Klopfakupressur, Krise

Schlimmer noch als von außen unter Druck gesetzt zu werden, ist der Druck, den Du Dir selber machst – ohne es zu merken. Darum wird es höchste Zeit, daran etwas zu ändern.

Spontan denkst Du jetzt bei den Stichworten „Druck“ und „müssen“ an Deine eigene Erwartung an Dich selbst? Ja, das kann viel Spannung und Stress erzeugen. Aber heute soll es um etwas anderes gehen. Falls Du aber jetzt merkst, dass eigener Erwartungsdruck genau Dein Thema ist , dann nutze diese Podcast-Folge, um ihn zu reduzieren.   hier geht es zur Folge: Erwartungsdruck auflösen

In vielen Coachings höre ich von meinen Klienten das Wort „müssen“. 

  • Ich muss es doch mal schaffen. 
  • Ich muss doch einfach nur entspannt bleiben. 
  • Ich muss doch auch mal meinen Weg finden. 

Das Wort „müssen“ drückt dabei alle Not und Verzweiflung aus, die die Klienten erleben. Sie spüren das, aber sie haben keine Idee, warum sie es nicht verändern können. Darum möchte ich Dir heute einen Weg zeigen, der Dir hilft, die Ursachen für diesen Druck zu verändern.

Müssen bedeutet Zwang und Druck 

In dem Wörterbuch „Wiktionary“ steht zu dem Wort „müssen“ folgende Beschreibung: 

„für die Bedeutung ist stets entscheidend, was die Konsequenzen sind, wenn jemand nicht tut, was er muss, solche Konsequenzen können völlig fehlen oder lebensbedrohlich sein.“ 

In dem Augenblick, in dem Du das Wort „müssen“ verwendest, um vielleicht zu beschreiben, was Du erreichen möchtest oder was Du tun willst, dann findet im Unterbewusstsein eine Autovervollständigung statt. Diese ergänzt still und leise, was passiert, wenn Du es eben nicht tust. Und Dein Körper reagiert auf diese gedachte Konsequenz. Die Auswirkung dessen, was Dein Unterbewusstsein da automatisch ergänzt, die kannst Du spüren. Du fühlst Dich unter Druck und Stress.

So wird es Dir klar

Zunächst einmal mache Dir die stille Ergänzung auf Dein „müssen“ bewusst. Schreib es auf und zwar alles. Nicht nur den Satz „ich muss….“, sondern auch die Weiterführung „sonst passiert…..“. Sollte Dir das schwer fallen, kannst Du Dir auch die Fragen stellen: 

  • Was passiert, wenn ich das jetzt nicht erledige, was mir das „müssen“ sagt. 
  • Was wäre so schlimm daran? 
  • Wen würde es stören? 
  • Warum wäre es so schlimm, wenn es jemanden stören würde? 

Früher oder später laufen Deine Antworten darauf hinaus, dass Ängste die wahre Ursache sind, die Dich aus dem Unterbewusstsein antreiben, Dinge zu tun, die Du eigentlich anders oder gar nicht tun möchtest.

Ein Beispiel: 

Deine Freundin ruft an und fragt Dich, ob Du ihr kurz beim Aufbau eines Regals helfen kannst. Eigentlich hast Du keine Lust oder bist müde, aber Du sagst zu. Auf die Frage einer dritten Person, ob Du Zeit hast, antwortest Du: „Nein, ich muss einer Freundin beim Aufbau eines Regals helfen.“ Du bist unter Druck. Denn eigentlich würdest Du viel lieber etwas anderes tun.

Beginnen wir dort, wo der Ursprung des „müssen“ liegt. Was wäre passiert, wenn Du der Freundin abgesagt hättest? 

  • Sie wäre vielleicht enttäuscht oder beleidigt
  • Du würdest Dich als schlechte Freundin fühlen 
  • Du hättest das Gefühl, Dein eigenes Wohlgefühl vor die Hilfsbedürftigkeit Deiner Freundin zu stellen
  • Es fällt Dir einfach per se schwer, „nein“ zu sagen 

Forschen wir mit den Fragen von eben weiter, kommen wir irgendwann an den Punkt, an dem Dir klar wird, ich habe Angst, meine Freundschaft zu verlieren und irgendwann allein dazu stehen, ich habe Angst, nicht verstanden zu werden und Streit zu bekommen, ich habe Angst, dass ich als egoistisch abgestempelt werde. Und so weiter. 

Klarheit bedeutet Veränderung

Wenn Du Dir im Klaren bist bist, welche Angst Dich steuert, dann kannst Du sie auch verändern. Mit der Klopfakupressur kannst Du jetzt anfangen, die Ursachen für diese Angst zu entschärfen. Vom Beispiel ausgehend würdest Du die Situation des Telefonats wählen und klopfen, dass Du „nein“ sagst mit allem Druck und Zwang, der sich da zeigt. Wie immer ist Dein Körper dabei ein wunderbarer Spiegel, um möglichst viele Ursachen zu entschärfen. 

Vielleicht stellst Du dabei fest, dass Dir schon Deine Eltern nicht erlaubt haben, „nein“ zu sagen und Du daher bis heute Angst hast, „nein“ zu sagen, weil das Donnerwetter von damals Dir noch immer Stress macht. Oder Du merkst, dass Du nur dann Anerkennung erhalten hast, wenn Du den anderen erklärt hast, was Du noch alles tun musst, denn nur dann wurdest Du gelobt – für Deinen Fleiß. 

In dieser Podcastfolge begleite ich Dich durch drei Runden Klopfakupressur, wenn Du ein Gefühl dafür bekommen möchtest, wie Du es angehen kannst:

hier geht es direkt zur Folge: Schluss mit müssen müssen

Wenn Du lieber die Wurzel des Problems mit mir gemeinsam ausgraben möchtest, dann schreib mir eine E-Mail an post@tina-husemann.de

Was bringt Dir das? 

Je bewusster Du Dir bist, welche Ängste Dich aus dem Unterbewusstsein steuern, umso entspannter wirst Du werden. Auch wenn es am Anfang aufwändig wirkt, Dich so intensiv mit einer so alltäglichen Formulierung wie „müssen“ zu beschäftigen. Umso langfristiger profitierst Du von dem Ergebnis: mehr Ruhe, mehr Gelassenheit und Souveränität. 

Du kannst mit jedem Druck von außen viel entspannter umgehen, wenn das „müssen“ bei Dir kein Trigger mehr ist. 

Mache es Dir zur Gewohnheit, genau auf Deine Sprache zu achten. Tausche das Wort „müssen“ in Deinem Sprachgebrauch aus durch das Wort, was es wirklich ausdrückt. Das kann zum Beispiel sein: wollen, mögen, entscheiden, freuen, warten …. 

Und selbstverständlich gilt auch: Mach anderen keinen Druck, indem Du ihnen sagst: „Du musst …“ In den meisten Fällen ist die emotionale Tür dann sowieso schon zu und egal, was Du sagen wolltest, sie hören Dir nicht mehr zu.

Ein letzter Tipp: 

Die Bücher zur gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg kann ich Dir allesamt empfehlen, denn sie helfen Dir, Deine Sprache genau zu wählen und in Übereinstimmung mit Deinem Herzen und Deinen Bedürfnissen zu bringen.