Mehr Erfolg mit Empathie. Lohnt sich das?

Mehr Erfolg mit Empathie. Lohnt sich das?

„Empathie hat man oder nicht. Das kann man nicht lernen“. Dieser Spruch macht das Dilemma mit fehlendem Einfühlungsvermögens deutlich.
Glücklich diejenigen, die von Geburt an mit hoher Empathie gesegnet sind. Große Not bei all denjenigen, die merken, dass ihnen genau diese Fähigkeit fehlt.

In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du Dein Einfühlungsvermögen verbesserst, um mehr Erfolg im Beruf und im Umgang mit Menschen zu haben. Empathie lohnt sich – besonders in Krisen.

Empathie ist der Erfolgsfaktor. Denn er ermöglicht es Dir, früh Veränderungen wahrzunehmen, Dich darauf einzustellen und Deine eigene Reaktionen geschmeidig darauf anzupassen. Nun sitzt Du betrübt vor dem Bildschirm und denkst Dir „na toll, ich weiß, ich bin nicht so einfühlend wie andere und jetzt?“ Dann habe ich eine gute Nachricht für Dich: Du kannst Empathie üben, wenn Du die Ursachen auflöst, die für das fehlende Einfühlungsvermögen verantwortlich sind.

Warum?

Wenn Du in Deiner Kindheit und Jugend damit zu kämpfen hattest, dass die emotionalen Reaktionen Deiner Umwelt, allen voran Deiner Eltern, nicht verlässlich waren, dann bedeutet das für Dich unsicheres Fahrwasser. Du konntest nie sicher sein, wie auf Dich reagiert wird. Wenn Du aber dieses zuverlässige Reagieren nicht erfahren hast, dann war es Dir auch nicht möglich ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Du auf andere wirkst, so dass sich daraus ein Wechselspiel ergeben kann.

Du hast in diesen frühkindlichen Situationen Deine ganz eigene Strategie entwickelt, um Dich mit möglichst wenig Kränkungen und Verletzungen sicher durchzubringen. Überlebensstrategien könnten also sein: Du hast Dir ein dickes Fell angeeignet, um nicht immer wieder enttäuscht zu werden. Du hast Dich an anderen orientiert beispielsweise, wie andere Familienmitglieder mit Wünschen und Bedürfnissen umgehen und beobachtet, dass der Weg nur „ohne Rücksicht auf andere“ funktioniert oder nach dem Motto „Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“. Unbewusst übernimmst Du diese Überlebensstrategien und Beobachtungen in Dein Erwachsenenalter. Es hat ja gut geklappt, Dein Überleben zu sichern. Du hast gelernt, auf mich selbst kann ich mich verlassen. Die Gefühle und Reaktionen der anderen sind einfach nicht verlässlich.

Wenn es so oder ähnlich für Dich gelaufen ist, dann hast Du irgendwann den Blick auf die anderen aufgegeben, weil Du ihn nicht deuten konntest.
Du nahmst sie wahr, aber es hätte Dich schlicht überfordert, auf diese näher einzugehen und den Stress der Kindheit aktiviert, nicht richtig zu reagieren, damit der andere mit Dir im Kontakt bleibt. Hinzu kommt, dass man an den Umgang mit den Gefühlen anderer herangeführt werden muss. Man muss es lernen, wie man sich auch mal in die Schuhe anderer stellt und dann damit umgeht. Und am besten lernt man, wenn man es beobachten kann, wenn es vorgelebt wird.

Diese Chance hattest Du nicht. Was nun?

Wie die Ursachen lösen?
Jede emotionale Verletzung oder Angst, sich wieder falsch zu verhalten löst Stress aus. Dieser Stress kann so stark werden, dass Du automatisch ins Notprogramm gehst und dann kannst Du nicht mehr mit Einsicht und bewusster Absicht agieren. Dann läuft es ab wie immer. Das erste Ziel ist nun also, zu verhindern, dass Du in das Notprogramm umgeschaltet wirst und den aufkommenden Stress so früh wie möglich zu unterbrechen.

Wenn Du die energetischen Blockaden löst, die sich hinter Deiner emotionalen Not festigen konnten, dann schaffst Du es, Dich für neue Erfahrungen zu öffnen und bewusstes Handeln einzubringen. Dabei gilt Blockaden lösen, üben, um Sicherheit zu gewinnen und wieder überprüfen. Das kannst Du allein angehen mit Hilfe der Klopfakupressur, noch besser gelingt es in Begleitung, eines Coach.

Schritt eins für mehr Empathie wäre,

dass Du Dich zunächst einmal hinsetzt und überlegst,
– in welcher Situation hätte es mir gut getan, mehr Verständnis für mich und mein Problem zu erfahren?
– welche Reaktion hätte mir geholfen (körperlich z.B. durch eine Umarmung, emotional z.B. durch Ermutigung, ganz konkret greifbar. z.B. durch einen Handlungsvorschlag)
– von wem hätte ich sie am liebsten erfahren?

Schreib Dir Deine Antworten auf.

Im zweiten Schritt notiere Dir,

was Du stattdessen erlebt hast.
Wieder auf den drei Ebenen: körperlich z.B. keinerlei Zuwendung, emotional, z.B. Schelte, ganz konkret greifbar z.B. Stubenarrest)
Welche Gefühle sind in Dir dabei geweckt worden? Welche Emotionen? Vielleicht auch Körperreaktionen, wie z.B. Herzrasen, weiche Beine.

Im dritten Schritt geht es nun darum,

diese belastenden Gefühle, die diese Situation in Dir geweckt hat, zu beklopfen, um die damit verbundene falsche Verknüpfung zu lösen. Die falsche Verknüpfung besteht darin, dass Du ein Problem hattest und Ablehnung erfahren hast. Das führt zur Erkenntnis, dass Du mit Problemen unerwünscht bist oder dass Dir ohnehin keiner helfen kann. Wohlgemerkt, es gibt auch andere Schlussfolgerungen, die alle auf der unbewussten Ebene stattfinden und nur zum Teil bis in unser Großhirn dringen. Wichtig ist nun aber, dass wir diese falsche Verknüpfung lösen, denn ob Du ein Problem hast oder nicht, ändert ja nichts daran, dass Du ein wertvoller Mensch bist. Mit dem Klopfen lösen wir also die falsch verknüpften Emotionen und schaffen eine neue Verknüpfung hin zu: ein Problem ändert nichts daran, dass ich ein toller Kerl bin.

Dein Einstieg in die Klopfakupressur lautet also:

Ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz mit der Reaktion von ….. (Du wählst die Reaktion, die Du Dir oben in Schritt 2 notiert hast,)
Auch wenn ich damals eine andere Unterstützung gebraucht hätte, liebe ich mich voll und ganz mit meiner Reaktion von….
Ich nehme all meine Wut und meine Enttäuschung an, dass ich damals so allein gelassen wurde und ich liebe mich voll und ganz auch mit dem Gefühl von ….

Diesen Einstieg klopfe auf dem Herzen (alternativ klopfe vom Herz über die Punkte im Gesicht während Du diese Sätze sprichst) und sprich ihn dabei laut aus.

(Falls Du die Klopfakupressurpunkte noch nicht kennst, findest Du hier eine   Anleitung und Einleitung Klopfakupressur)

Danach spüre, ob körperliche, emotionale Reaktionen eintreten und wenn ja, welche die stärksten sind. Damit klopfst Du eine neue Runde über Herz und Gesichtspunkte mit dem Satz: Ich nehme diese Reaktion von… jetzt voll und ganz an und ich bin ok. Ich bin jetzt sicher.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du Dich zu der Situation, die Du Dir notiert hast, etwas ruhiger und distanzierter fühlst,

ist es Zeit für den vierten Schritt:

Die Personen, die Dich so hängen gelassen haben, haben dass nur aus einem einzigen Grund getan: Sie wussten nicht, wie sie es hätten besser machen können. Nun magst Du bei dem Gedanken wütend werden und aus Deiner heutigen Perspektive sagen, das glaube ich nicht. Doch möchte ich Dich daran erinnern, wie wichtig es ist, dass man herangeführt wird und auch die Zeit hat, sich mal in sein Gegenüber hineinzudenken. Diese Zeit hatten die Personen ganz offensichtlich nicht und möglicherweise haben auch sie nie erfahren wie es sich anfühlt, wenn man dem Kinde mitfühlend und verständig begegnet. Auf Basis dieser Überlegung hilft es, Dich aus Deiner Wut und Deinem Hass zu lösen, denn er schadet nur Dir. Idealerweise klopfend, damit Deine Emotionen auch wirklich in der Ursache gelöst werden:

Auch wenn ich bis heute wütend auf dich/ euch bin, weil ihr mich im Stich gelassen habt, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.
Und ich vergebe dir/euch alle Ursachen, die dazu geführt haben, dass mir das Einfühlungsvermögen so schwer fällt, weil ich ahne, dass du/ihr es nicht besser wusstet und ihr eure eigene Geschichte damit habt. Ich löse mich jetzt bewusst und bitte um Auflösung aller Verbindungen zwischen uns auf allen Ebenen unseres Seins. In Liebe, Respekt und Anerkennung für euren Weg. Es ist Euer Weg und ich gehe jetzt meinen eigenen Weg.

Ich bitte um Vergebung für alle Verletzungen, die dir/euch jemals bewusst oder unbewusst zugefügt habe.
Meine Seele und mich selber bitte ich um Vergebung, dass ich mich nicht besser schützten konnte und es zugelassen habe.
Ich bin jetzt sicher. Ich bin beschützt und behütet und ich nehme meinen Platz im höheren Ordnungssystem nun voll und ganz ein.
Ich rufe all meinen Mut, all meine Seelenanteile zu mir zurück, die ich verloren habe. Mögen sie sich wieder im Sinne der höheren Ordnung voll und ganz in mir integrieren. Ich bin am meinem Platz. Ich bin voller Liebe und Licht in all meinem Sein.

Auch hier gilt, wenn Du nach dem Klopfen Reaktionen bemerkst, klopfe diese bitte bis Du Dich innerlich ruhiger fühlst. Auf diese Weise eroberst Du Dir Schritt für Schritt Deine Fähigkeit zurück, die Perspektive von anderen einnehmen zu können.

Was machst Du nun nach dem Klopfen?

Beobachte einmal, wie es Du im Alltag mit einer Situation klarkommst, die vergleichbar ist mit der Situation, die Du geklopft hast? Ist es Dir möglich, Dein Gegenüber zu fragen, was es denkt und warum? Oder fühlst Du Dich sofort angegriffen oder abgewertet? Je besser es Dir gelingt, zu verstehen, welche Motivation Dein Gegenüber hat, etwas zu tun oder zu lassen, umso besser kannst Du darauf reagieren. Allerdings ist es notwendig, dies wirklich zu erfragen, denn Du ahnst nicht, wie oft wir mit unserer Überlegung, was der andere wohl denkt, daneben liegen. Also ist der nächste Schritt zu mehr Empathie, dass Du Dich traust, in den Kontakt mit Deinen Mitmenschen zu gehen, auch wenn Du Angst hast, dass es wieder schief geht.

Hilfreich ist auch die Überlegung:

Wie würde ich mich an der Stelle von … fühlen, wenn ich seine Aufgaben hätte und in seiner Lebenssituation wäre?
Oder um abzugleichen, ob Du mit Deinem Gefühl richtig liegst, kannst Du auch fragen: „Was erwartest Du jetzt von mir? Was kann ich jetzt für Dich tun? Wie kann ich behilflich sein? Warum soll ich das tun? Im Stillen kannst Du die Antwort abgleichen mit Deinem Gefühl und auf diese Weise Dein Einfühlungsvermögen trainieren.

Niemand ist eine Insel. Wir alle sind abhängig von den Reaktionen der anderen, um ein Gefühl für uns und unsere Interaktion zu entwickeln. Wir werden in Beziehungen krank. Und wir werden in Beziehungen wieder gesund. Das Klopfen hilft Dir dabei, immer wieder anders zu reagieren, weil Du Deine eigenen Gefühle besser annehmen kannst und daher auch zunehmend ein Gefühl für Dein Gegenüber aufbauen kannst. Sei bitte nicht traurig, wenn Deine Mitmenschen es nicht sofort bemerken, dass Du Dich veränderst. Wir sind doch alle Gewohnheitstiere. Gib ihnen Zeit, sich an Deine neue Persönlichkeit zu gewöhnen.

Sollte Dir das passieren und Dich entmutigen, dann klopfe Dir Mut und Zuversicht ins Feld:

Auch wenn meine Mitmenschen noch nicht bemerkt haben, dass ich mich um andere Reaktionen bemühe, bleibe ich mutig und zuversichtlich.
Ich habe die Kraft, neue Wege zu gehen. Ich nehme dazu meinen Platz jetzt voll und ganz ein und flute alle Ebenen meines Seins mit Liebe und Licht.
Ich bleibe dran und erlaube mir, es wieder zu versuchen, auch wenn es mich frustriert, dass ich gerade erfolglos war. Ich bin voller Liebe und Licht und ich habe die Kraft, neue Wege zu gehen.

Gerade in unsicheren Zeiten ist es sehr hilfreich, sich immer wieder auch in andere hineinversetzen zu können. Und es ist nie zu spät, noch etwas Neues zu lernen. Warum also nicht diesen Erfolgsfaktor ausbauen? Ich wünsche Dir gutes Gelingen, Vertrauen und Neugierde. Du schaffst das!

Leben Dein Leben. Jetzt.
Erfolgreich. Gesund. Glücklich.
Du bist es wert.

Namasté
Tina

PS: Falls Du Dich eher erschöpft fühlst, weil Du Dir immer Gedanken um das Wohlbefinden anderer machst, dann schau die diesen Beitrag an:

Burnout durch Empathie