Angst und Scham überwinden, Rot zu werden

Es ist so nervig, immer wieder zu spüren, wie man rot anläuft und alle das auch noch beobachten können. Es kann das Lebensgefühl wirklich beeinträchtigen und vor allem Dich davon abhalten, Deinen Weg zu gehen. Lass es nicht so weit kommen und erlaube Dir, es jetzt zu ändern. Das geht. Ich erzähle Dir, wie ich es geschafft habe: 

Anregungen für Klopfsätze zu dem Thema findest Du in diesem Blogbeitrag:  https://tina-husemann.de/aus-der-panik-zur-berufung/

Aus der Panik zur Berufung

Dort, wo Du Deinen größten Widerstand fühlst, liegt  auch die größte Chance für Veränderung. 

Als ich diesen Satz das erste Mal gehört habe, dachte ich mir nur „…jaja… ist klar…was für ein Quatsch“. Heute verstehe ich diesen Satz anders, weil ich ein Gefühl zu dem Satz aufbauen konnte. Das dauerte zugegebenermaßen ein wenig, aber es hat sich gelohnt.

Früher wurde ich immer extrem rot, wenn ich vor Menschen sprechen musste. Mir wurde heiß, die Beine begannen zu zittern und ich hatte schon Tagelang vorher unglaublich hohen Stress, Herzrasen und Schlafstörungen. Dabei war es auch völlig egal, ob es sich um einen wichtigen, unwichtigen, gut vorbereiteten oder spontanen Termin handelte. Es war für mich einfach nur gruselig. Daher habe ich mich, wann immer es möglich war, vor solchen Terminen gedrückt. Wenn es unausweichlich war, habe ich versucht, mich mit allerlei Übungen zu beruhigen, aber es half nichts. Ich wurde und blieb rot. 

Besonders beruflich fand ich das schrecklich. Ich war zwar durchaus erfolgreich, aber dennoch hatte ich das Gefühl, dass mir dieses Rot-Werden im Weg stand. Damit wirkt man schließlich weder cool, noch souverän und es schmälert doch irgendwie auch jeden fachlichen Erfolg. 

Mit meiner Selbstständigkeit dachte ich zunächst, das Problem gelöst zu haben. Schließlich konnte ich jetzt selbst entscheiden, wo, wann und wie ich mich präsentiere und vor allem stand ich voll und ganz hinter meinem Inhalt. Das sollte es doch einfacher machen. Weit gefehlt. In ersten Vorstellungsrunden merkte ich, das es noch viel schlimmer wurde. Nun verschmolz mein Inhalt mit meiner Person. Ich wurde doppelt angreifbar. Also musste die alte Taktik wieder her: die Vermeidungsstrategie. Dass dies keine gute Idee ist, wenn man sich selbstständig macht, muss ich Dir nicht weiter ausmalen, oder? 

Es war das Leben, diese höhere Ordnung, die mir den nächsten Schubs zur Weiterentwicklung gab. Eine Freundin fragte mich, ob ich Lust hätte, in ihrem Haus ein Seminar zu geben. Die hatte ich. Und zwar sowas von… Ich habe zugesagt, wir haben geplant und alles zur Veröffentlichung vorbereitet. Kaum war das Angebot für alle wahrnehmbar, fiel mir das Herz in die Hose. Ich bat im Stillen darum, dass zu wenige Teilnehmer sich melden mögen, damit ich aus der, zu erwartend, peinlichen Situation wieder rauskomme. Doch so kam es nicht. 

Das Seminar war ausgebucht. Ich durfte ran. Und dieses Mal, habe ich zur Vorbereitung auch meine Klopfakupressur hinzugenommen. Jede Panikattacke im Vorfeld habe ich genutzt, die Situation zu klopfen. 

Das Ergebnis: Mit Beginn des Seminars wurde ich rot. Auch wurde mit heiß, aber… es hat nicht sehr lange angehalten und ich war dennoch konzentriert. Das Seminar wurde ein voller Erfolg und der Energieschub, den ich nach dem Seminar verspürt habe, den kann ich kaum beschreiben. 

Dieses Gefühl hat nach „mehr“ gerufen. Die freudige Beobachtung, dass meine Erfahrung und Kenntnis das Leben anderer Menschen leichter machen kann, ist eines der schönsten Gefühle, das ich kenne.  Wäre ich nicht so geführt worden, wäre ich wohl heute noch in der Vermeidungstaktik und hätte diese belebende Erfahrung verpasst. 

Und mit dieser Erfahrung kann ich Dir heute sagen, dass ein Widerstand durchaus ein Tor zu einer völlig neuen Dimension sein kann. 

Traue Dich, Deinen Widerstand zu überwinden. Es lohnt sich. Es gibt nur zu gewinnen. An Erfahrung, Freude, Mut, Leichtigkeit und vielem mehr. 

Wenn Du mich aus meiner Arbeit kennst, weißt Du, dass ich immer noch rot werde. Wenn ich herzhaft lache, wenn ich Seminare starte, manchmal auch, wenn ich in Einzelarbeit eintauche… Aber, es macht mir nichts aus. Meistens registriere ich es selbst kaum noch. Rot zu werden ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Es zeigt mir auch, dass viel Energie gerade in mir und durch mich fließt, was ich für meine Arbeit mit Menschen brauche. Es ist mein Signal, dass ich startklar bin.

Das „Rot zu werden“ empfinde ich nicht mehr als Hindernis. Es ist menschlich. Und das ist alles. 

Und vollkommen egal, bei welchem Thema Du deutliche Widerstände fühlst… Ich ermuntere Dich,  es einfach mal auszuprobieren, wie Dich die Klopfakupressur unterstützen kann. Denn mit dem Klopfen schüttest Du Glückshormone aus, die Dir helfen, den bisherigen Stress anders zu bearbeiten… Ich stelle Dir ein paar Sätze zum Einstieg vor und Du probierst sie aus. Sie sind erfolgreich, wenn Du körperliche oder emotionale Reaktionen feststellen kannst. Dann weißt Du, dass die gestaute Energie hinter der Panik angepiekst wurde und in Bewegung gekommen ist. Dann heißt es nur noch: mit den Reaktionen weiterzuklopfen bis Du Dich ruhig fühlst in Bezug zu Deinem Panik-Thema… 

Vorschläge für den Einstieg: 

Ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz mit dem Stress bei dem Gedanken an … 

Auch wenn ich total Panik schiebe, wenn ich an …. denke, bin ich ok. 

Ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich mich dafür hasse, dass ich so viel Druck und Stress habe mit dem Thema von …. 

Auch wenn ich der Situation am liebsten aus dem Weg gehen würde, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz bei dem Gedanken an… 

Ich liebe und akzeptiere voll und ganz dieses Gefühl von … 

Ich vergebe mir selber, dass ich so viel Stress habe mit diesem Thema ….. 

Auch wenn andere mir das Gefühl geben, das nicht zu können, vertraue ich mir, meinem Herzen, meiner Führung, dass es genau mein Ding ist. 

Ich erlaube mir Fehler zu machen, auch wenn ich peinlich finde, weil sie mich besser machen.

Ich erlaube mir die Leichtigkeit und Freude, ….. einfach auszuprobieren. Egal, was andere meinen. 

Ich vergebe mir selber all den Druck und Stress, den ich mir mit diesem Thema von … bisher gemacht habe.

Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und Neugierde, Dich einfach mal einzulassen auf das, was kommt. Und falls Du das Gefühl hast, dass Du feststeckst, stehe ich Dir als Coach jederzeit gerne zur Seite. Du erreichst mich am besten unter: post@tina-husemann.de