Tina Husemann | Freude im Hier und Jetzt
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Freude im Hier und Jetzt

Es ist selbst für mich so eine Sache, meine Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu halten und nicht von meinen Gedanken eingeholt zu werden. Das Gleiche gilt für mein Gefühl der Freude. Natürlich wünsche ich mir, dass ich alles mit Freude mache, aber es gelingt mir nicht immer. Mit dieser Empfindung bin ich nicht allein und ich spüre oft im Gespräch mit meinen Klienten, wie sehr sie darunter leiden, dass sie zwar vom Verstand her wissen, dass sie ihr Leben im Hier und Jetzt führen sollten, es ihnen aber nicht gelingt. Je mehr sie es versuchen, umso weiter  fühlen sie sich vom “Jetzt” entfernt. – “ist doch klar” – denkt sich jetzt der geneigte Leser, das ist das Prinzip von “Denk-jetzt-nicht-an-den-rosa-Elefanten” …. Sicherlich. Aber der Mechanismus ist ja dennoch da und er ist vor allem hartnäckig.

Neuerdings lebt ein kleiner junger Hund mit uns. Dieses Fellbündel bringt mich seit seiner Ankunft vor vier Wochen sowas von in das “Hier und Jetzt”, dass ich keine Zeit mehr habe, mich darüber zu ärgern, dass es mir so schwer fällt, in der Gegenwart zu bleiben.

Zum Einen braucht unsere junge Hündin noch viel Aufmerksamkeit in ihrer Versorgung. Das hält mich auf Trapp und mein Schlafrhytmus ist ein anderer als früher. Eltern werden wissen, wovon ich schreibe. Folglich ist die Müdigkeit eine verlässliche Begleiterin, die mich davon abhält, nachzudenken. Das wiederum ist ja ganz wunderbar, denn – das wissen wir auch alle: das Nachdenken ist doch eigentlich erst dafür verantwortlich, dass wir uns “schlecht” fühlen, weil wir unsere Situation genüsslich nachdenkend auseinandernehmen. Jetzt aber mache ich das, was der Hund braucht, schlafe, wenn ich kann und freue mich, wenn es alles klappt. Mehr Zeit bleibt nicht.

Und da bin ich dann beim zweiten Aspekt: Dieser Hund lebt uns Lebensfreude vor. Jeden Morgen wenn er aufsteht ist das ein großes Happenig. Jede Wolke am Himmel eine geniale Erfindung des Hundegottes, ein Heißluftballon ein wirklich ernst zu nehmender Gegner und jeder Grashalm größer als der eigene Kopf nur gewachsen, um umgerannt zu werden, Papierrollen spannender als ein Krimi…. Ich kann gar nicht anders als mich von dieser Lebensfreude anstecken zu lassen. Der Hund bringt mich dazu, durch seine Augen zu schauen, seiner Energie zu folgen.. Auch alles neu zu entdecken.

Nun könnt Ihr nicht alle “auf den Hund kommen”, aber die Ablenkung oder anders die Konzentration auf eine bestimmte Sache oder Person hilft uns, unseren “Nach-Gedanken” nicht zu viel Raum zu geben. Uns mit Menschen zu umgeben, die vor Freude sprühen, steckt uns an, unsere Lebensfreude fließen zu lassen. Wenn Ihr mit Euren Gedanken festhängt – geht raus. Beobachtet Menschen – gerne mit Hund – trefft Euch mit lustigen Freunden, die auch verrückt sein dürfen, geht schaukeln, rutschen oder  Trampolin springen. Tut das, was Ihr als Kind gerne gemacht habt und lasst Euch nur nicht aufhalten.

Eine Unterbrechung durch fröhliche, verdrehte, ausgelassene, natürliche Dinge tut gut, um unser Gedankenkarussel zu stoppen und uns so wieder neu verankern – im Hier und Jetzt – mit unsere Energie der Lebensfreude.

In diesem Sinne: Namasté!